Hat mein Kind Zöliakie? Was tun?
Verdacht auf Zöliakie wirft viele Fragen auf...Ist das schlimm? Ist es doch nur normaler Durchfall? Was tun? Wo Beratung finden? Die anfängliche Angst ist völlig unbegründet! Mit der richtigen Starthilfe und der Beachtung einiger Regeln, führen Zöliakiebetroffene ein völlig beschwerdefreies Leben.
Der Weg dorthin:
1. Hat mein Kind die typischen Symptome?
2. Eine eindeutige Diagnose
3. Die Diagnose steht fest. Wie geht es weiter?
4. Wo finde ich praktische Hilfe?
1. Hat mein Kind die typischen Symptome?
Obwohl die Lebensmittelintoleranz Zöliakie von Geburt an besteht, treten die Symptome frühestens am Ende des ersten bzw. Anfang des zweiten Lebensjahres auf. Grund dafür ist die Einführung von getreidehaltigen Nahrungsmitteln in den Speiseplan der Kinder. Der Darm wird geschädigt, reagiert jedoch verzögert und langsam, weshalb erst etwa 3 bis 4 Monate später folgende Symptome auftreten: Durchfall, Mangelernährung und Wachstumsstörungen trotz Nahrungsaufnahme. Kinder verlieren den Appetit und werden leicht reizbar, immer wieder Durchfälle, oft ein Blähbauch, Schwäche, Entwicklungsverzögerung der Motorik, Gewichtsabnahme.
2. Eine eindeutige Diagnose
Vorweg, die Diagnose Zöliakie ist verbunden mit sehr positiven Entwicklungen! Das Kind litt bisher an den Symptomen, mit der Diagnose weiß man endlich, wo das Problem liegt, was zu tun ist. Das Kind entwickelt sich wieder normal, fühlt sich rundum gut, hat Freude am Leben.
Zuerst sollte der Verdacht auf Zöliakie mit dem Kinderarzt besprochen werden. Eine Blutuntersuchung ist meist ausreichend, um eine erste Diagnose stellen zu können. Die definitive Diagnose kann nur durch eine Dünndarmbiopsie gestellt werden. Bei der Biopsie werden Gewebefragmente entnommen und histologisch untersucht. Eine eindeutige Diagnose ist wichtig, um sich in der Folge richtig zu verhalten.
3. Die Diagnose steht fest. Wie geht es weiter?
Grundsätzlich gilt: wer sich streng glutenfrei ernährt, lebt beschwerdefrei. Mit dem Arzt und einem Diätberater wird nun der Kostplan für das Kind besprochen. Die einzige Lösung bei Zöliakie besteht nämlich darin, auf alle Lebensmittel zu verzichten, die aus glutenhaltigen Getreidesorten hergestellt werden. Erleichtert wird die Umstellung auf glutenfreie Ernährung durch die vielen verschiedenen, für Zöliakiebetroffene geeigneten Produkte (Brot, Teigwaren, Kuchen, Pizzaböden, Mehl, Kekse, Süßwaren). Diese speziellen Produkte sind durch das Symbol der „durchgestrichenen Ähre“ gekennzeichnet. Dieses Symbol garantiert, dass das Produkt glutenfrei ist. Als zusätzliche Unterstützung bei der täglichen Ernährung stehen die von Zöliakiegesellschaften erstellten Lebensmittellisten zur Verfügung.
4. Wo finde ich praktische Hilfe?
Im Internet gibt es mittlerweile einige Initiativen, die mit Rezepten, Tipps und Anregungen weiterhelfen. www.glutenfreileben.de ist eine davon.
Wichtige Anlaufstelle sind die nationalen und regionalen Zöliakiegesellschaften. Die DZG in Deutschland, die Österreichische ARGE Zöliakie, die Schweizer IG Zöliakie.
Auch die großen Hersteller haben ihre Internetauftritte, die oft nicht nur Produktinformationen enthalten, sondern auch nützliche Zusatzinformationen bieten, ein Beispiel ganz speziell für Kinder: Milly das Maskottchen, das spielerisch hilft mit Zöliakie umzugehen.
